Wie umweltfreundlich sind die Elektroautos wirklich?

Wie umweltfreundlich sind die Elektroautos wirklich?
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Strom gegen Sprit: Sind E-Autos wirklich umweltschonender? Welche Ziele verfolgt die Bundesregierung und welche Maßnahmen ergreift sie?

Jedes Jahr sind mehr Elektroautos auf den Straßen anzufinden. Die Zahl der Neuanmeldungen ist aber so gering, dass es gar nicht lohnt ein Vergleich gegen Autos mit Verbrennungsmotor anzustellen.

Der Autohersteller Tesla setzt auf das Modell S, BMW hat den i3/i8 im Angebot und der Volkswagen seinen E-Golf.

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Wie umweltschonend sind die Elektroautos? © afrndz – pixabay.com

Auch wenn jedes Jahr neue Elektroautos zugelassen werden, sind die Zahlen eher ernüchternd. Insgesamt konnte das Kraftfahrzeugbundesamt (KBA) 3,04 Millionen Neuwagenzulassungen zählen. Bei Elektroautos zählte das KBA [1] gerade mal 8522 Autos (2014).

Die Bundesregierung[2] beschloss die Elektomobilität bis 2030 nicht nur zu Marktreife zu führen, sondern einen Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität zu werden.

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Bei diesen Zahlen der Neuzulassungen? Ein ehrgeiziges Ziel, wenn man bedenkt wie viele Autos die Bundesregierung bis 2020 auf den Straßen sehen will (s.B.), und zudem die versechsfache Steigerung bis 2030.

Ehrgeizige Ziele der Bundesregierung und deren Maßnahmen

  • Klimaschutz: Treibhausverringerung gegenüber 1990 um 40% bis 2020 und um 80% bis 2050
  • Unabhängiger von den Erdölimporten werden
  • Technologische Innovationen fördern und einen nachhaltigen Standort (Deutschland) für alternative Mobilität schaffen
  • Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität schaffen
  • Bis 2020 sollen 1 Million Elektroautos auf deutschen Straßen fahren und bis 2030 soll die Zahl auf 6 Millionen ansteigen
  • Der Straßenverkehr soll bis 2050 nur mit regenerativen Energieträgern realisiert werden

Grafik: Anzahl der angemeldeten Elektroautos in Deutschland (2002-2015) 
Die Grafik zeigt die Anzahl der Elektroautos in Deutschland in den Jahren von 2002 bis 2015. Am 1. Januar 2002 gab es 2.534 Elektroautos in Deutschland und 2015 konnte das Kraftfahrzeugbundesamt 18.948 Anmeldungen zählen:

Anzahl der Elektroautos in Deutschland von 2002-2015 – strompur.de (CC-by-SA)

Wortbedeutung: Unterschied zwischen Hybridautos und Elektroautos?

Hybridfahrzeuge haben einen kombinierten Verbrennungsmotor mit Elektromotor und einer zusätzlichen Batterie (Akkumulator).

Die Batterie wird für den Elektroantrieb aufgeladen, wenn das Fahrzeug eine Steigung hinunterfährt (Rückgewinnung von Bremsenergie). Später wird diese Energie für das Anfahren, z.B. an der Ampel genutzt. Fahrzeuge mit einem Verbrennungsmotor verbrauchen beim Anfahren den meisten Kraftstoff. Ist die Batterie leergesaugt, so fährt das Fahrzeug mit dem üblichen fossilen Kraftstoff weiter.

Ein Elektroauto wird nur vom Elektromotor angetrieben. Die elektrische Energie wird für die Fortbewegung gebraucht. Diese wird in einer verbauten Batterie gespeichert, die an E-Tankstellen aufgeladen wird.

Wie umweltfreundlich sind die Elektroautos nun wirklich?

Diese Fragestellung soll liefern, ob Fahrzeuge die elektrisch betrieben werden, tatschächlich weniger zum Treibhauseffekt beitragen als konventionelle Fahrzeuge.

Elektroautos verursachen keine Schadstoffe und gelten daher als emissionsarm und umweltschonend.

TU-Dresden hat sich das Fahrzeugmodel (VW Golf/E-Golf) herausgegriffen, dazu einige Berechnungen (Sachbilanz) in der Studie angestellt und gleichzeitig die Emissionenwerte die im Laufe des Lebenszyklus anfallen, untersucht.

Ergebnisse: Sowohl die Materialbereitstellung als auch der Fahrzeugbau lassen den Wert enorm ansteigen. Die Herstellung eines Akkumulators ist zudem sehr emissionsintensiv. Des Weiteren lässt die Entsorgung von Akkumulator den Wert enorm ansteigen:

Im Zuge der Herstellung insgesamt fallen beim E-Auto etwa 77 % mehr Emissionen an als beim Dieselfahrzeug, im Vergleich zum Benzinfahrzeug sind es sogar fast doppelt so viel (97 % mehr). [..] Die Entsorgung des Akkumulators ist den Berechnungen zu Folge sehr emissionsintensiv und macht ca. 57 % der Gesamtemissionen der Entsorgung des E-Golf aus. [..]

Zitatquelle aus: TU-Dresden

Werden die Ergebnisse genau betrachtet, so liegt der E-Golf innerhalb des Lebenszyklus zwischen den beiden Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Seine Treibhausbilanz ist 10% schlechter als vom Dieselfahrzeug, aber um 11% besser als vom Benziner.

Wird beim E-Auto der Akkumulator während des Lebenszyklus getauscht, überholt der E-Golf die beiden Fahrzeuge mit fossilen Kraftstoff um ca. 2% und scheint nicht mehr so umweltschonend zu sein.

Außerdem versucht TU-Dresden durch verschiedene Szenarien und Annahmen die Werte zu modifizieren. Dabei erzielt das E-Auto den besten Emisionen-Wert, wenn die Stromerzeugung aus regenerativen / erneuerbaren Energie (Ökostrom) stammt. Mit Ökostrom etwa 60% weniger als das Dieselmodell. Sogar mit Akkuwechsel sieht der berechnete Wert gut aus, nämlich 26% weniger Treibhausgasemissionen als beim TDI.

Fazit und Zusammenfassung

Zur Zeit scheint das E-Auto noch zwischen den beiden Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor zu liegen. Die Treibhausgasemissionswerte lassen sich verbessern, um so mehr in erneuerbare Energiequellen investiert wird und dabei Stromerzeugung aus Kernenergie außer Acht gelassen wird.

Außerdem muss berücksichtigt werden, dass die E-Autos mit der Zeit von selbst eine Verbesserung (Innovationen) erzielen, sowohl in der Herstellung als auch bei Materialien und Ersatzteilen.

Auch wenn die Forderungen der Bundesregierung bis 2030 sehr ehrgeizig formuliert sind, so wäre es ein wichtiger Schritt in die umweltschonende Zukunft. Endlich diese starke Abhängigkeit von Erdimporten loswerden und die Umwelt mit regenerativen Energien schützen.

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