Smart Meter: Sind intelligente Stromzähler zukunftsorientiert?

Smart Meter: Sind intelligente Stromzähler zukunftsorientiert?
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Durch intelligente Stromzähler sollen Kunden ihren Stromverbrauch selbst kontrolliert überwachen können.

Die Zähler bringen mehr Effizienz und Transparenz in Haushalte. Ist das wirklich so zukunftsorientiert wie behauptet wird?

Intelligente Stromzähler (engl. Smart Meter) sind kommunikationsfähige Geräte, die den Energieverbrauch erfassen und anschaulich über Energiemanagement-Systeme den Stromverbrauch anzeigen. Durch flexible Tarife lassen sich so gezielt Energieeinsparungen treffen – in Haushalten, Kleingewerbe und Unternehmen.

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Eignen sich intelligente Stromzähler für Haushalt? © pilens – Photodune.net

Wie funktioniert ein intelliegenter Stromzähler?

Smart Meter sollen mittelfristig die Anpassung der aktuellen Strompreise an den Gesamtverbrauch ermöglichen. Übergangsweise dienen sie der Berechnung von zumeist zwei Tarifen, welche zeitlich festgelegt sind. Sie messen und schlüsseln detailliert, wann und wie viel Strom der Kunde tatsächlich verbraucht.

Über eine Datenleitung werden alle 15 Minuten, zwischen Energieanbieter und Kunden die Daten getauscht. Der Stromkunde kann durch eine verschlüsselte Internetleitung auf seinen Stromverbrauch zugreifen und nach Zeit eine Auswertung vornehmen.

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Bei intelligenten Zählern wird nicht jährlich abgelesen, sondern der Abschlag kommt monatlich und wird im Kundenbereich vom Energieversorger angezeigt.

Vorteil: Sie als Kunde können Ihre Energieverbrauchswerte in Echtzeit einsehen und grafisch auswerten lassen. So lassen sich gezielt Stromfresser über den Tag ausfindig machen.

Was erhofft man sich davon?

Die Idee dahinter: Der Stromkunde soll Strom sparen, in dem er seinen Stromverbrauch zeitlich verlagert. Beispiel: Waschmaschinen oder Spülmaschinen verrichten erst dann ihre Arbeit, wenn der Energieversorger billigen Strom zur Verfügung stellt.

In der Theorie sind alle Beteiligten glücklich: Der Stromversorger produziert nur so viel Strom, wie verbraucht wird; der Nutzer kauft zu günstigen Stromtarifen ein; Hard- und Softwarebetreiber erschließen neue Techniken; die Versicherungen bauen ihren Markt aus.

Wie gesagt nur in der Theorie, die Praxis sieht wohl heute anders aus.

Die Datensicherheit: Wie werden die Verbraucherdaten gesichert?

Es hat nicht lange gedauert und die Datenschützer kritisierten die Stromanbieter öffentlich. Die Verbraucherdaten werden über das Internet übertragen, die Befürchtung, dass mehr Daten erfasst, werden als benötigt ist somit berechtigt.

Auch aus einer verschlüsselten Internetleitung können Daten entgleiten und in falsche Hände geraten. Außerdem ist die Zusammenarbeit der Stromanbieter und Hersteller nicht ausgeschlossen. Datenschützer empfehlen daher, die erhobenen Daten anonymisiert zu übertragen und schnell wieder löschen zu lassen.

Ein weiterer Nachteil für Verbraucher: Bei Zahlungsverzug kann der Stromversorger jederzeit auf Knopfdruck, per Fernabschaltung den Strom abstellen. Verhängung von Stromsperren wird für Stromversorger weniger kostspielig und ein gewisser Spielraum eingeräumt.

Welche Stromanbieter bieten Smart Meter an?

Bisher werden intelligente Stromzähler von verschiedenen Stromanbietern angeboten (Stand 01.03.2015):

Vor- und Nachteile von intelligenten Stromzählern

Die Vorteile von Smart Meter

  • Kontrolle über Energiekosten
    Die volle Kontrolle und Transparenz über die eigenen Energiekosten, helfen dem Nutzer Stromfresser ausfindig zu machen.
  • Monatliche oder quartalsweise Abrechnung
    Smart Meter lassen eine monatliche oder quartalsweise Stromabrechnung zu.
  • Detaillierte Analyse
    Daten werden digital erfasst und können jederzeit vom Verbraucher angesehen und ausgewertet werden.
  • Stromtarife
    Tarife können gezielt auf Stromkunden angepasst werden. Der Verwaltungsaufwand seitens Stromversorger nimmt erheblich ab.
  • Gezielte Energielieferung
    Ein wichtiger Faktor für die EEG und die Umwelt. Es wird nur so viel Energie produziert, wie wirklich gebraucht/verbraucht wird.

Die Nachteile von Smart Meter

  • Die Einbaukosten
    Die Anschaffungskosten, die Wartung- und Reparaturkosten sind für private Haushalte zu hoch. Außerdem entstehen zusätzliche laufende Kosten, die monatlich zu der eigentlichen Stromrechnung, je nach Anbieter, hinzukommen – 5€.
  • Die Datensicherheit
    Die erfassten Daten werden über das Internet übertragen. Datenschützer befürchten das Ausspähen von Daten.
  • Stromsperre und Fernabschaltung
    Stromversorger können bei unbezahlter Stromrechnung per Fernabschaltung die Versorgung schnell einstellen.
  • Kompatibilität
    Beim Wechsel von Stromanbieter muss der Stromzähler abgebaut und vom neuen Stromversorger ersetzt werden. Die intelligenten Stromzähler sind noch nicht untereinader kompatibel.

Fazit und Zusammenfassung

Die Idee ist ausbaufähig, aber zurzeit wohl für die meisten Haushalte zu kostspielig. Es ist damit nicht getan intelligenten Stromzähler zu kaufen: Dabei vergessen die Nutzer die Anschaffungskosten, die Kosten für Wartung, Pflege und Reparatur einzubeziehen.

Derzeit profitieren nur kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) davon. Die Einsparmöglichkeiten für größere Familien sind so gering, dass es sich kaum lohnt die Umstellung vorzunehmen.

Nach einer Studie sparen private Haushalte, mit einem Stromverbrauch von 6000 Kilowattstunden gerade mal 1,2 bis 1,8 Prozent ihrer Stromkosten.

Außerdem gibt es derzeit für Nutzer keine passenden Stromtarife, die über den Tag gewechselt werden können, um so gezielt Stromsparen zu können.

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