Mit Ökostrom in die Zukunft alternativer Energieversorgung

Die Bundesregierung beschloss unmittelbar nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima den schrittweisen Kernenergie-Ausstieg bis zum Jahr 2022.

Damit stellte die Regierung endgültig die Weichen für den Ökostrom als tragende Säule in Deutschlands zukünftiger Energieversorgung.

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Was ist überhaupt Ökostrom? ©PublicDomainPictures – pixabay.com

Regenerative Energien wie Wind- oder Solarenergie werden schon in wenigen Jahren den Löwenanteil des privaten und industriellen Energieverbrauchs abzudecken haben. Die Chancen, dass aus der grünen Stromhoffnung auch tatsächlich ein Leistungsträger wird, stehen sehr gut.

Schon seit den 90er Jahren hat Deutschland konsequent die Entwicklung von erneuerbaren Energien vorangetrieben und mit vielen staatlichen Fördermaßnahmen flankiert.

Schon lange war klar, dass der Klimawandel und seine Folgen sowie die Endlichkeit der fossilen Brennstoffe ein Umsteuern in der Energiepolitik zwingend erforderlich machen. Dank frühzeitiger Weichenstellung ist der Weg für eine erfolgreiche Energiewende mit Ökostrom frei und Deutschland hat sich zudem zum großen Vorbild für andere Nationen entwickelt.

Was ist Ökostrom?

Hinter dem Begriff Ökostrom versammelt sich eine breite Palette der Stromerzeugung aus erneuerbaren oder regenerativen Energiequellen.

Solche Energiequellen können sich in kürzester Zeit immer wieder selbst erneuern und stehen so praktisch in (unbegrenzten) Mengen ohne zeitliche Begrenzung zur Verfügung.

Die bekanntesten Energielieferanten für Ökostrom sind Solarenergie und Windkraft, denn Dächer voller Solarkollektoren und riesige Windräder gehören landesweit zum gewohnten Anblick. Die auch als grüner Strom bekannte Ökoenergie kann sich aber genauso aus Kleinwasserkraftwerken, Erdwärme oder Biomasse, also Holz oder Energiepflanzen, speisen.

Dieser Katalog von Energielieferanten schafft allerdings keine allgemeingültige Definition für den Ökostrom. Nicht selten werden auch Übergangsmodelle auf dem Weg zur grünen Energie als Ökostromquellen ausgegeben. Solche gasbetriebenen Blockheizkraftwerke oder Gasturbinen-Kraftwerke zählen allerdings nicht zu den echten erneuerbaren Energien, die den eigentlichen Charakter des Ökostroms ausmachen.

Ökostromanbieter – wo gibt`s echten Ökostrom?

Schon 1998 eröffnete die Naturstrom AG als erster Anbieter den Ökostrom-Markt in Deutschland und nur wenig später floss erstmals grüner Strom an die Endverbraucher. Schnell folgten weitere Angebote von Greenpeace Energy oder der Firma Lichtblick. Dennoch blieb Ökostrom auch noch kurz nach der Jahrtausendwende ein Nischenprodukt auf dem deutschen Strommarkt. Die Zahl umweltbewusster Verbraucher, die auch bereit war, einen höheren Preis für die Nachhaltigkeit ihres Stroms zu bezahlen, blieb überschaubar.

Die Preisdifferenz von konventionellem und ökologischem Strom ebnete sich in den folgenden Jahren immer weiter ein, als mehr Ökostrom nachgefragt wurde, gesetzliche Anpassungen erfolgten und auch die großen Stromkonzerne mit Spezialtarifen in den Markt drängten. Für die Verbraucher entstand durch das steigende Angebot ein fast undurchdringliches Dickicht unterschiedlichster Preisgestaltungen und Tarifdetails, in dem sich heute nur noch Spezialisten oder Online-Vergleichsportale einigermaßen schnell und zielsicher bewegen können. Ihre Empfehlungen und Rankings stehen bei den Verbrauchern hoch im Kurs.

Ökostromanbieter die grünen Strom liefern:

Energiequellen zur Gewinnung von Ökostrom

Der Mix der Energiequellen zur Gewinnung von Ökostrom ist vielfältig, allerdings weicht die praktische Bedeutung der einzelnen Herkunftswege erheblich voneinander ab. In Deutschland lieferten die Windenergie- Unternehmen den größten Beitrag zum grünen Strom, der Ende 2012 bereits ein knappes Viertel des Brutto-Inlandsstromverbrauchs ausmachte. Sonnenenergie aus Photovoltaik-Anlagen belegte 2012 den zweiten Platz unter den alternativen Energielieferanten, während Wasserkraftanlagen den dritten Rang bildeten.

Biomasse und Erdwärme stehen bis dato mit ihren Marktanteilen noch deutlich hinter dem Spitzentrio zurück. Bei diesen Energiequellen fehlt es bisher an massetauglichen und kosteneffizienten Technologien, welche die Bedeutung der beiden Energieträger steigern könnten.

Zertifikate und Gütesiegel für Ökostrom

Wenn ein bedeutsamer Begriff wie Ökostrom bei der Definition derartige Spielräume zulässt, helfen verbindliche Zertifikate und Gütesiegel bei der Orientierung und schaffen Vertrauen in die neue Energie.

Das bekannteste Zertifikat für Ökostrom ist das Renewable Energy Certificates System RECS. Diese Zertifikate werden für die Erstellung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen ausgegeben, sind aber getrennt vom eigentlichen Strom handelbar. Energiekonzerne können allein durch den freien Einkauf dieser Zertifikate ein Öko-Label erwerben, mit dem sie ihren eigenen Strom als Ökostrom verkaufen können. Weil der aber nicht zwanghaft regenerativ erzeugt sein muss und ausschließlich das erworbene RECS-Zertifikat entscheidet, ist dieses System stark umstritten.oekostrom-siegelVerlässlichere Aussagen über die Herkunft von Strom aus ökologischen Quellen treffen dagegen die Gütesiegel des TÜV, das Label ok power oder das Grüner Strom Label GSL. Während die TÜV-Siegel einen 50-prozentigen Anteil aus Kraft-Wärme-Kopplung zulassen, wird das GSL-Siegel nur für Strom vergeben, der sich ausschließlich erneuerbarer Energiequellen bedient.

Kommt wirklich nur Ökostrom aus der Steckdose daheim?

Wer sich bei seinem Stromanbieter für einen Ökostrom-Tarif entscheidet, bekommt trotzdem nicht nur Strom aus erneuerbaren Energien in Haus, Wohnung oder Unternehmen geliefert. Dies lässt sich technisch nicht realisieren. Die eigenen Steckdosen sind mit dem riesigen Stromnetz verbunden, welches aus Atomanlagen, Kohlekraftwerken, Solar- oder Windenergie und anderen Quellen kontinuierlich gespeist wird. Beim Endverbraucher kommt ein beliebiger Teil dieses Stromreservoirs an, der nicht zwangsläufig aus den Quellen stammen muss, die in seinem Vertrag angegeben sind.

Allerdings ist der Anbieter des Ökostroms verpflichtet, genau den Anteil erneuerbarer Energie ins Netz einzuspeisen, den sein Vertragskunde verbraucht hat. So wächst mit jedem Abnehmer von Ökostrom der Gesamtanteil des grünen Stroms im Stromnetz und die Energiewende kann weiter voranschreiten.

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