Solarenergie: Strom im Keller leicht speichern – geht das?

Solarenergie: Strom im Keller leicht speichern – geht das?
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Bislang ist es nicht möglich gewesen, dass der durch Photovoltaik gewonnene Strom gespeichert werden kann, um ihn dann zu verbrauchen, wenn der Bedarf da ist.

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Solarenergie: Strom im Keller leicht speichern – moerschy/Pixabay.com

Das soll sich jetzt grundlegend ändern. Ab dem ersten Mai 2013 wird die KfW für die Energiewende den Bau von Akkus fördern.

Es kann sich um einfache Blei Akkus oder um moderne Lithium Ionen Akkus handeln, die jedoch deutlich teurer sind. Gefördert werden bis maximal 30% der Akkukosten oder bis 600/660 Euro pro Kilowattstunde Spitzenleistung. Es werden jedoch nur Anlagen von bis maximal 30 KW/h gefördert. Zudem werden nur neue Anlagen oder solche gefördert, die ab dem Jahr 2013 fertig gestellt wurden und wenigstens ein halbes Jahr in Betrieb sind.

Man verspricht sich durch die Förderung gewisse Vorteile. Somit werden nur die Haushalte gefördert, die dank dem Akku wenigstens 40% vom erzeugten Strom selber verbrauchen. Bislang verbrauchen die meisten Haushalte deutlich weniger vom eigenen Strom. Durch den direkten Verbrauch des Solarstroms müsste weniger Energie in die Netze eingespeist werden, demnach könnten an dieser Stelle viele Fördergelder gespart werden.

Netztechnik

Ein entscheidender Vorteil durch die Akkuspeicherung wäre, dass Stromspitzen bei gutem Wetter nicht ins Netz gespeist werden, sie werden in den Akkus gespeichert. Somit wird das Netz gleichmäßiger genutzt weswegen es nicht auf so hohe Spitzen ausgelegt werden muss.

Das hat den Vorteil, dass weniger Geld in neue Versorgungsnetze investiert werden muss. Des Weiteren produzieren Solaranlagen nur Gleichstrom, für unsere Haushalte wird jedoch Wechselstrom benötigt. Es kann allerdings mit Akkus gearbeitet werden, die Gleichstrom speichern und diesen erst bei der Abgabe in Wechselstrom wandeln. So sind die Wandlungsverluste kleiner.

Fallende Akkupreise erwartet

Bislang hat sich praktisch niemand einen Akku zur Stromspeicherung zugelegt, da die Märkte diese Akkus nicht einmal anbieten.

Es wird erwartet, dass es bis zum Jahreswechsel zu 2014 – 70 unterschiedliche Akkumodelle von rund 30 Herstellern geben wird. Durch die Förderung kommt Bewegung in die Angelegenheit. Wenn sich ein erster Absatz einstellt, dann wird erwartet, dass die Verkaufspreise für die noch sehr teuren Akkus deutlich nachgeben werden.

Die Blei-Akkus sind deutlich größer, halten nicht so lange und arbeiten lediglich bis zu einer Entladung von 50%. Die Lithium Ionen Akkus sind wesentlich kleiner, sie halten bedeutend länger und arbeiten mit einer Entladung von bis zu 90%. Sie kosten allerdings auch deutlich mehr. Somit wird empfohlen, Bleiakkus zu erwerben und diese entsprechend öfter auszutauschen.

Wer mit Lithium Akkus arbeiten möchte, der muss selbst mit Fördergeldern rechnerisch auf 20 Jahre Arbeitsdauer immer noch einen kleinen Teil drauf zahlen wodurch die Photovoltaik Anlage deutlich an Rentabilität verlieren kann.

Machen die Akkus im Keller Sinn?

Dieses kommt ganz auf die Perspektive an. Für die Netzbetreiber macht es Sinn, wenn die Netze gleichmäßiger ausgelastet werden. Für den Bund macht es Sinn, wenn er weniger Einspeisevergütung zahlen muss. Für die Hersteller macht es immer Sinn, ein Produkt mit Gewinn zu vermarkten.

Für den privaten Haushalt machen die Akkus jedoch nur dann Sinn, wenn man zu den Selbstversorgern gehören möchte. Denn allein wegen der Rendite Akkus im Keller aufzustellen ist keine gute Idee.

Erstens muss man den Platz haben, der viel Geld kostet. Dann sind die Akkus derzeit noch so teuer, dass sie nicht einmal ihre Investitionskosten einspielen werden. Wenn es um die Ökobilanz geht, dann sind diese Akkus auch nichts weiter als vergeudetes Geld.

Wer in die Energiewende investieren möchte, der sollte keine Akkus im Keller aufstellen, er sollte in einen nachhaltigen Solar- oder Windkraft Fond investieren, der dank der Sachwertanlage und garantierter Abnahmepreise sehr sicher ist. Dieses ist natürlich eine Aussage zum jetzigen Zeitpunkt.

Wenn die Akkus in fünf Jahren vielleicht nur noch die Hälfte kosten, dann sieht es bereits ganz anders aus. Vorerst ist der Akku für den Keller jedoch etwas für den Idealisten, für den Geld keine Rolle spielt.

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